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RECHTS- UND WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT

Lehrstuhl für Öffentliches Recht III – Prof. Dr. Eva Julia Lohse

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Ankündigung Seminar „Climate Change Litigation im internationalen Vergleich“

24.07.2026

Im Wintersemester 2026/27 biete ich ein kleines Seminar zum Thema „Climate Change Litigation im internationalen Vergleich“ an.

Die Climate Change Litigation, die sich auf Deutsch beschreiben lässt als „das Erstreiten von Klimaschutz vor Gericht durch sogenannte Klimaklagen“, wirft eine Reihe spannender Fragestellungen auf, die in den letzten Jahren zu einer Reihe an Diskussionsstoff geführt haben. Dies beginnt etwa bei der Frage der Kausalität von unzureichendem staatlichem Klimaschutz in Bezug auf allgemeine oder konkrete klimawandelbedingte Veränderungen unseres Planeten und geht weiter bei der Schwelle an besonderer Betroffenheit für die Zulässigkeit einer Klage. Aber auch das Handeln privater Akteure ist Gegenstand von Klagen. Hier stellen sich ähnliche Fragen, wobei insbesondere die Beweiserhebung und -würdigung durch die Zivilgerichte eine andere Qualität erreicht. Anlass für das Seminar bietet die im November stattfindende Regio-CoP, die dieses Jahr auch einen Block zu „Klimaklagen“ enthält.

Es werden zehn Klimaklagen bzw. Advisory Opinions betrachtet, die jeweils ein Seminarthema bieten:

  • Der „Klimabeschluss“ des Bundesverfassungsgerichts vom 24.03.2021 (BVerfGE 157, 30) – dogmatische Herangehensweise des Gerichts und Auswirkungen für zukünftige Entscheidungen
  • Erfolgsaussichten der „Zukunftsklage“ vor dem Bundesverfassungsgericht
  • Teilerfolg?! Die Klimaklage Lliuya gegen RWE (OLG Hamm U.v. 28.05.2025 – 5 U 15/17 - ZUR 2025, 494)
  • Milieudefensie u. a. gegen Royal Dutch Shell – Fortschritt und dann Rückschritt? Eine kritische Einordnung von The Hague District Court U.v. 26.05.2021 (https://web.archive.org/web/20210526140024/https://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:RBDHA:2021:5339) und The Hague Court of Appeal U.v. 12.11.2024 (https://uitspraken.rechtspraak.nl/details?id=ECLI:NL:GHDHA:2024:2100)
  • Carvalho gegen EU – Eine kritische Aufarbeitung der Unizulässigkeitsgründe und Implikationen für zukünftige Verfahren (U.v. 25.03.2021 ECLI:EU:C:2021:252)
  • Die Advisory Opinion des IGH „Obligations of States in Resepect of Climate Change“ vom 23.07.2025: Grundlegende Weichenstellungen und Auswirkungen auf die internationale Rechtspraxis
  • Die Advisory Opinion des IACtHR „Climate Emergency and Human Rights“ (AO-32/25) vom 29.05.2025: Grundlegende Weichenstellungen und Auswirkungen auf die internationale Rechtspraxis
  • Die ITLOS Advisory Opinion „Request for an Advisory Opinion submitted by the Commission of Small Island States on Climate Change and International Law“ vom 21.5.2024: Grundlegende Weichenstellungen und Auswirkungen auf die internationale Rechtspraxis
  • EGMR (GK) U.v. 9.4.2024: Klimaseniorinnen Schweiz and others/Schweiz - 53600/20 – Grundlegende Rechtsprobleme und der Inhalt der Klimaschutzpflicht nach dem EGMR
  • Held gegen Montana – das Verständnis des Rechts auf „a clean and healthy environment“ und die Rezeption des Urteil in anderen US-Bundesstaaten (Supreme Court of the State of Montana, U.v. 18.12.2024 – DA 23-0575 MT 312)

Ablauf des Seminars:

1. (Verpflichtende) Vorbesprechung zu Themenstellung und organisatorischem Ablauf mit Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (mit Informationen zur zulässigen Nutzung von KI-Anwendungen) und Themenvergabe: Mittwoch, 14.10.2026, 10:00 – 12:00 Uhr

2. Zwischentermin: Kurzvorstellung des Arbeitsprozesses/Austausch zu Schwierigkeiten und zum Einsatz von KI, Mittwoch, 28.10.2026, 10-13:00 Uhr

3. Seminarvorträge und Posterpräsentation: 11.11.2026

4. Abgabe Seminararbeit: 09.12.2026
   

  • Bearbeitungszeitraum insgesamt 8 Wochen (bis 09.12.2026), d.h. Sie haben nach der Präsentation noch Gelegenheit, Feedback und Erkenntnisse aus der Seminarsitzung in Ihre schriftliche Seminararbeit einzuarbeiten.
  • Betreuung während der Anfertigung der Seminararbeit und zur Vorbereitung der Posterpräsentation durch den Lehrstuhl
  • Die Poster werden im Rahmen der Regio-CoP beim Workshop des Lehrstuhls zu den Klimaklagen ausgestellt.

Die Seminarleistung kann als kleine Seminarleistung im Rahmen des § 7 SPO für den Studiengang „Staatsexamen“ sowie für die LL.B.-Studiengänge (Recht und Wirtschaft, deutsch-spanisches Recht, deutsch-französisches Recht) sowie bei Anfertigung in englischer Sprache mit einem völker-, oder menschenrechtlichen oder rechtsvergleichenden Thema für das Zusatzstudium „International Legal Studies“ eingesetzt werden. Bitte teilen Sie uns vorab mit, falls Sie das Seminar als Bachelorarbeit verfassen möchten oder falls die Seminararbeit doppelt verwertet werden soll. Doktorandinnen und Doktoranden können ebenfalls eine Arbeit zur Erreichung der Promotionsvoraussetzungen anfertigen.

Anmeldung ab 01.08.2026 über cmlife.

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